NAME: Tolokonnikov Sergey Aleksandrovich
Geburtsdatum: 25. September 1972
Aktueller Stand in der Strafsache: Verbüßte Hauptstrafe
Artikel des Strafgesetzbuches der Russischen Föderation: 282.2 (1.1)
In Gewahrsam genommen: 2 Tage in der vorläufigen Haftanstalt, 1078 Tage in der Untersuchungshaftanstalt, 267 Tage in der Kolonie
Derzeitige Einschränkungen: behördliche Überwachung
Satz: 5 Jahre und 2 Monate Freiheitsentzug mit Verbüßung im Straflager des allgemeinen Regimes, verbunden mit einer Freiheitsbeschränkung von 1 Jahr
Herausgegeben: 27. Juni 2025

Biographie

Der gebürtige Moskauer Sergei Tolokonnikiw arbeitete viele Jahre im Sicherheitsdienst. Nachdem er Christ geworden war, weigerte er sich, eine Waffe zu tragen und Gewalt gegen andere anzuwenden. Trotzdem stuften ihn die Behörden im Oktober 2021 als gefährlichen Straftäter ein und warfen ihm wegen seines Glaubens gleich zwei extremistische Straftaten vor.

Sergei wurde 1972 in Moskau geboren. Seine Eltern ließen sich scheiden, als er 4 Jahre alt war. Von Kindheit an interessierte er sich für Lesen, Musik und Fußball und war ein guter Schüler. Er begann ein technisches Studium, schloss es jedoch nicht ab.

1995 lernte Sergei Marija kennen, die einen zweijährigen Sohn aus erster Ehe aufzog. Die beiden entschieden sich, zusammenzuleben. 2003 begann Marija die Bibel zu studieren, weil sie mehr über christliche Lehren erfahren wollte. Wenig später schloss sich Sergei ihr an. Er war beeindruckt, dass die Heilige Schrift auf jede lebenswichtige Frage eine Antwort gibt und die Ratschläge aus diesem Buch auch heute noch relevant sind.

Die Bibel bewegte das Ehepaar dazu, sich zu verändern. Nachdem sie gelesen hatten, dass das Zusammenleben ohne von staatlicher Seite als Ehe anerkannt zu werden in den Augen Gottes eine Sünde ist, ließen sie ihre Beziehung offiziell registrieren. Dank der biblischen Erkenntnisse gelang es Marija außerdem, eine schädliche Gewohnheit aufzugeben – sie war 16 Jahre lang starke Raucherin. Auch im beruflichen Bereich gab es Veränderungen. Sergei verzichtete zum Beispiel darauf, bei der Arbeit eine Waffe zu tragen, und Marija traf die schwierige Entscheidung, ihre hochbezahlte Stelle als Buchhalterin aufzugeben, bei der sie mit Lügen und Gesetzesverstößen konfrontiert war. Heute arbeitet sie als Reinigungskraft. 2005 wurden beide Zeugen Jehovas.

Sergei und Marija sind leidenschaftliche Reisende. Dieses Hobby schenkte ihnen nicht nur viele interessante Erinnerungen und Eindrücke, sondern auch zahlreiche Freunde auf der ganzen Welt.

Die Hausdurchsuchung und die Festnahme von Sergei wirkten sich schwerwiegend auf das Familienleben aus. Wegen seines Glaubens kam Sergei ins Untersuchungsgefängnis und verlor seine Arbeit, auf der er für seine verantwortungsvolle Tätigkeit vom Vorgesetzten ausgezeichnet wurde. Marija musste die finanziellen Verpflichtungen übernehmen. Ermittlungsbeamte beschlagnahmten nicht nur die Geldmittel des Ehepaares, sondern auch die Bankkarte von Sergeis Schwiegermutter, auf die ihre Rente überwiesen wurde, sowie ihre Moskauer Bürgerkarte für den öffentlichen Nahverkehr.

Mitgläubige ließen Marija in dieser schweren Zeit nicht ohne Unterstützung. Die Verwandten, die die religiösen Überzeugungen des Ehepaares nicht teilen, waren über das Urteil gegen Sergei empört.

Im Frühjahr 2025 wurde gegen Marija ebenfalls ein Strafverfahren wegen einer extremistischen Straftat eingeleitet. Im Sommer desselben Jahres wurde Sergei freigelassen, nachdem er seine gesamte Haftstrafe verbüßt hatte. Fünf Monate später verurteilte das Gericht Marija zu einer hohen Geldstrafe. Kurz zuvor verstarb Sergeis Mutter.

Fallbeispiel

Im Oktober 2021 führten Ermittlungsbeamte Hausdurchsuchungen in Moskau und in der Umgebung durch und nahmen Anatoli Marunow, Sergei Tolokonnikow und Roman Marejew fest. Ihnen wurde vorgeworfen, die Aktivitäten einer extremistischen Organisation organisiert zu haben. Im Juli 2023 verurteilte das Sawjolowski Gericht in Moskau sie zu Haftstrafen von 4,5 bis 6,5 Jahren im Straflager; das Berufungsgericht verlängerte Tolokonnikows Strafe um weitere 2 Monate. Im Juni 2025 wurde er freigelassen, und ein Jahr später verhängte das Gericht gegen ihn Führungsaufsicht bis zum Jahr 2033.
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