NAME: Egozaryan Igor Artemovich
Geburtsdatum: 17. Januar 1965
Aktueller Stand in der Strafsache: Verbüßte Hauptstrafe
Artikel des Strafgesetzbuches der Russischen Föderation: 282.2 (1)
In Gewahrsam genommen: 2 Tage in der vorläufigen Haftanstalt, 398 Tage in der Untersuchungshaftanstalt, 1359 Tage in der Kolonie
Derzeitige Einschränkungen: Einschränkung der Freiheit
Satz: Strafe in Form von 6 Jahren Gefängnis mit Verbüßung der Strafe in einer Strafkolonie des allgemeinen Regimes; mit dem Entzug des Rechts auf Tätigkeiten im Zusammenhang mit der Leitung und Teilnahme an der Arbeit öffentlicher religiöser Organisationen für einen Zeitraum von 4 Jahren; mit Freiheitsbeschränkung für die Dauer von 1 Jahr
Herausgegeben: 5. Dezember 2025

Biographie

Im September 2021 verurteilte ein Gericht in Wolgograd vier Zivilisten zu echten Haftstrafen, weil sie an Jehova Gott glaubten. Einer von ihnen ist Igor Egozaryan.

Igor wurde 1965 in Wolgograd in einer einfachen Arbeiterfamilie geboren. Er hat eine jüngere Schwester. Schon als Kind liebte er Musik, beherrschte selbstständig die Gitarre und trat an Schulabenden in einer Amateurmusikgruppe auf. Nach dem Abitur arbeitete er als Schuhmacher, Bauarbeiter und Elektriker.

In den frühen 1990er Jahren lernte Igor dank seiner Mutter die Lehren der Bibel kennen. Er war beeindruckt von seiner Logik und Einfachheit.

Igors Verwandte sind empört über das ungerechte Urteil, das nur wegen seiner religiösen Ansichten gegen ihn verhängt wurde. Igors Mutter, die bereits über 80 Jahre alt ist, macht sich besonders Sorgen. Als der Gläubige hinter Gitter geworfen wurde, verlor die ältere Frau die dringend benötigte Unterstützung ihres Sohnes.

Fallbeispiel

Im Frühjahr 2019 leitete die Ermittlungsbehörde ein Strafverfahren gegen Gläubige aus Wolgograd ein. Sergej Melnik, Igor Egozarian, Walerij Rogosin und Denis Peresunko wurden der Organisation einer extremistischen Vereinigung beschuldigt, gegen die beiden Letztgenannten wurde zudem der Vorwurf der Finanzierung erhoben. Sie saßen zwischen 5 und 7 Monaten im Untersuchungsgefängnis. Die Anwälte wiesen die Richterin auf zahlreiche Verstöße durch die Ermittlungsbehörde hin. Einige Zeugen gaben an, ihre Aussagen seien gefälscht worden. Anonyme Zeugen wurden unter Wahrung ihrer Identität vernommen – nach eigenen Angaben aus Sorge um ihr Leben und ihre Gesundheit. Im September 2021 verurteilte das Gericht die vier Gläubigen zu Freiheitsstrafen von 6 Jahren bis 6 Jahren und 5 Monaten. Im März 2022 bestätigte das Berufungsgericht das Urteil. Im Dezember 2025 wurden Egozarian und Melnik entlassen, im April 2026 hatte Rogosin seine Strafe verbüßt. Als letzter der vier wurde Denis Peresunko im Juni 2026 freigelassen.
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