Letztes Wort des Angeklagten Alexander Woronchichin in Simferopol

Krim Letztes Wort

„Vonseiten der Anklage wurde zu keinem einzigen Punkt auch nur ein Fakt vorgelegt, der bestätigt, dass ich Straftaten begangen habe. Alles, was im Anklageschluss steht, sind Vermutungen, Annahmen und Gerüchte“, erklärte Alexander in seinem letzten Wort.

Transkript:

Sehr geehrte Anwesende, zuerst möchte ich allen danken, die in den letzten Jahren gekommen sind und uns unterstützt haben. Ich möchte auch Ihnen, Ihre Ehren, danken – für Ihre Geduld und dafür, wie Sie den gesamten Prozess organisiert haben. Für uns ist es der erste Prozess vor Gericht, und wir haben vieles nicht gewusst. Sie haben ihn mit Strenge geführt, aber es gab Momente, in denen Sie mit Ihrem Humor die Atmosphäre entspannt haben. Ich weiß nicht, wie es anderen ging, aber mir wurde dadurch leichter ums Herz.

Vielen Dank, Irina Sergejewna, für Ihre Prinzipientreue und dafür, dass Sie stets bemüht waren, das Gesetz genau einzuhalten. Besonders möchte ich danken, dass Sie den Namen Gottes – Jehova – nicht verfälscht haben.

Danke Ihnen, Anna Sergejewna, für Ihre umfangreiche Arbeit. Ich danke Ihnen, unseren Anwälten, für Ihr Mitgefühl: Sie haben uns geholfen, wenn etwas unklar war, und uns korrigiert. Besonders möchte ich Ihnen, Maxim Wladimirowitsch, danken für Ihr aktives Engagement im Prozess, für Ihre Unterstützung und Ihren Schutz. Sie sind ein echter Profi auf Ihrem Gebiet. Mit einigen engen Angehörigen haben wir uns seltener getroffen als mit Ihnen.

Ich irre mich nicht, wenn ich sage, dass dies der erste Prozess in Simferopol ist, bei dem Christen – Zeugen Jehovas – wegen ihres Glaubens angeklagt werden. Doch dank diesem Prozess haben viele der Anwesenden erfahren, dass Gott einen Namen hat – Jehova, und dass er einen Sohn hat – Jesus Christus. Aus den Video- und Audioaufnahmen, die wir gesehen und angehört haben, wurde deutlich, dass die Bibel uns lehrt, Gott in der Liebe zu einander nachzuahmen. Es ist bedauerlich, dass manche sich ihre Meinung über uns auf Basis von Nachrichten bilden, ohne sie zu prüfen – und diese sind oft unzutreffend oder sogar offensichtlich falsch. Es ist traurig, dass viele nicht bereit sind, das zu hinterfragen.

Ich möchte alle versichern, dass ich kein Gesetz des Staates verletzt habe. Ich bin ein gesetzestreuer …

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