Letztes Wort des Angeklagten Albert Piltschikow in Tscheboksary

Tschuwaschien Letztes Wort

Im letzten Wort betonte Albert, dass all seine Handlungen und Äußerungen friedlich waren: „Ich habe niemandem etwas Böses getan, sondern vielmehr dazu angeregt, Aufmerksamkeit und Liebe gegenüber den Mitmenschen zu zeigen – sowohl gegenüber Verwandten als auch gegenüber Fremden.“

Protokoll:

Sehr geehrtes Gericht! Die letzten sechs Monate waren keine einfache Zeit für mich, aber ich bin dankbar, dass ich diese Herausforderungen nicht allein bewältigen musste. Ich möchte ganz besonders meinem Verteidiger Nikolai Sergejewitsch danken, der viel für mich getan hat. Schon kurz nach meiner Festnahme setzte er meine Rechte durch: Ich musste nicht die ganze Zeit im Untersuchungsgefängnis verbringen. Mutig und kompetent verteidigte er mich vor Gericht und gab mir in wichtigen Momenten Hinweise, wie und was ich sagen oder tun sollte.

Mein aufrichtiger Dank gilt meiner lieben, heißgeliebten Ehefrau Olesja, die immer mein treuer Freund und meine Stütze war und ist. Herzlichen Dank auch an meine liebe Mutter, die bei jeder Gerichtsverhandlung dabei war und vor allem mir geholfen hat, Interesse an geistigen Dingen zu entwickeln. Ebenso danke ich allen lieben Freunden, die mich in den vergangenen Monaten durch ihre Anwesenheit aufrichtig unterstützt haben. Es erfüllt mich mit Stolz, zu wissen, dass ich von so liebevollen und treuen Menschen umgeben bin. Und natürlich gilt alle Ehre dem Allmächtigen Gott Jehova, der mir überreich Kraft, Unterstützung, Führung, Ruhe und Freude gegeben hat.

Beim Durchgehen der Akten und dem Lesen der Anklage verstehe ich, dass der einzige Grund, warum hier gegen mich verhandelt wird, darin besteht, dass ich ein gläubiger Mensch bin. Ja, ich glaube an Gott, nenne ihn beim Namen und bemühe mich, gemäß dem zu handeln, was er in der Heiligen Schrift – der Bibel – gesagt hat. Aber ist das denn etwas Schlechtes? Ist das ein Verbrechen?

In den 1990er Jahren war ich einfach ein Jugendlicher, der die Welt entdeckte, zur Schule ging, verschiedene Kurse und Sportgruppen besuchte. Mit zunehmendem Alter änderten sich meine Interessen: Ich begann zu rauchen, wir tranken mit Freunden, gingen zu Diskotheken. Im Laufe der Zeit merkte ich, dass die Freizeitgestaltung immer riskanter wurde. Einige meiner Freunde begannen Drogen zu nehmen; manche …

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